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DM 2006 Isny:

 


Standesgemäß mit einem Sieg des Lokalmatadors Frank Höfle endeten die internationalen Deutschen Meisterschaften der nordischen Behinderten-Skiläufer in Isny. Im gemeinsam gewerteten Männerrennen der stehenden- und B-Klassen über 10 Kilometer (Massenstart) siegte Frank Höfle in 31:39,2 min vor seinem seinem blinden Nationalmannschaftskollegen Willi Brem. (Ketterschwang/Freiburg, 32:25,1), dem er zum Auftakt im Kurzstreckenrennen noch den Vortritt lassen musste. 21,8 Sekunden betrug gegenüber Frank Höfle (16:22,4) nach fünf Kilometern der Vorsprung von Willi Brem, der sich ohne Fehlschuss in 27:20,8 min auch den Sieg im Biathlon-Wettbewerb sicherte.

Beim kurzfristig in das Programm der auch zum Europacup zählenden Rennen in Isny aufgenommenen Zweikampf aus Laufen und Schießen verzichtete Frank Höfle auf einen Start. "Ich werde auch bei den kommenden Paralympics in Turin nicht am Biathlon teilnehmen und mich ganz auf die Langläufe konzentrieren", kündigte Höfle an.

Erfreut nahm der im Allgäu anwesende Bundestrainer Werner Nauber mit Blick auf die Paralympics die weitere Leistungssteigerung etliche seiner Schützlinge zur Kenntnis. Schnellste Frau und damit dreifache Siegerin war in allen drei Rennen die Tettnangerin Verena Bentele, auch wenn sie in ihrer Spezialdisziplin Biathlon gleich vier Mal in die Strafrunde musste. Ihre Wertungszeit von 34:04,4 min lag dennoch unter der von Polens Läuferin Katarzyna Rogowiecz (34:48,6 min) als schnellster Teilnehmerin der stehenden Klassen. Bentele (18:35,8) vor Rogowiecz (20:43,2) lautete auch das Klassement im Kurzstreckenrennen. Über die Mittelstrecke belegte hinter Verena Bentele (39:52,3) die Schweizerin Chiara Devittori (40:20,0) Rang zwei.

Michael Bentele blieb im Gegensatz zu seiner Schwester im Biathlon fehlerfrei und wurde hinter Willi Brem (27:20,8 min) und dem Slowaken Marian Balasz (28:29,9) Dritter (30:24,3 min). Das Kurzstreckenrennen hatte er als Vierter (17:57,9) beendet.
In der stehenden Männerklasse dominierte an den ersten beiden Tagen Einstockläufer Thomas Oelsner (Oberhof). Über 5 km hielt er in 17:13,9 min den Österreicher Michael Kurz (17:29,5) nieder und ließ im Biathlon ohne Schießfehler absolut keinen Zweifel an seinem Erfolg in 28:31,0 min aufkommen. Im abschließenden Massenstart-Rennen ließ Oelsner die DM als Sechster (36:04,4) dann locker ausklingen.

Hinter dem Oberhofer belegten in der stehenden Männerklasse zwei Allgäuer weitere Medaillenplätze. Jörg Baldauf vom WSV Isny erreichte im Kurzstreckenrennen (17:40,5) nur 26,6 Sekunden hinter Oelsner (17:13,9) Rang drei, verbesserte sich im Biathlon trotz dreier Schießfehler in 30:32,9 min auf Platz zwei, und wurde über 10 Kilometer noch guter Vierter (33:20,1 min). Dritter im Biathlon wurde schließlich der Oberstdorfer Harald Thauer mit zwei Strafrunden (31:28,9 min). Er lieferte mit dieser Leistung und dem vorherigen vierten Platz über die Kurzstrecke (18:18,0 min) wichtige Argumente für seine endgültige Nominierung für die Paralympics.

Gleiches galt bei den Schlittenfahrern für den Freiburger Michael Weymann. "Endlich geht es wieder etwas aufwärts" freute er sich bereits über seinen zweiten Platz am ersten Wettkampftag über 5 Kilometer. In dem sehr gut besetzten Feld musste er sich in 20:49,6 nur dem Polen Wieslaw Fiedor (20:44,7) geschlagen geben. Im Biathlon verhinderten sechs Fehlschüsse eine bessere Platzierung als Rang sechs (32:51,6) unmittelbar hinter seinem Vereinskameraden Peter Müller (32:46,0), der über die Kurzstrecke Rang acht belegt hatte (22:01,9). Zum Abschluss kamen die beiden Badener noch auf die Plätze 7 (Weymann, 31:57,0) und 10 (Müller, 32:46,7).

"Wir haben uns in diesem Winter auf die wichtigen Qualifikationen für die Paralympics konzentriert. Die Rennen in Isny waren für die Nationalmannschaft der Abschluss der ersten Wettkampfperiode und wurden aus dem vollen Training heraus bestritten", ordnete Bundestrainer Werner Nauber die Deutschen Meisterschaften ein. Für die Paralympic-Teilnehmer stehen jetzt erst einige Tage der Regeneration an ("sie sollen in dieser Zeit vergessen, dass sie Leistungssportler sind"), ehe im Trainingslager in Toblach der Feinschliff für den Saisonhöhepunkt vom 10. bis 19. März in Turin erfolgen wird.

Mit Interesse verfolgte der Bundestrainer neben den Auftritten seiner Spitzenathleten in Isny auch die Rennen des Nachwuchses. Unter den 30 Startern hat er einige Talente entdeckt, die von Nachwuchs-Trainerin Melanie Kirchner weiter gefördert werden sollen. Die besten zwei Teilnehmer dürfen bereits in der laufenden Saison bei den Schweizer Meisterschaften internationale Wettkampfluft schnuppern.

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