Auszüge aus einem Artikel vom März 1999 in: www.skispringen.com>>>>
„Klaus Kleiser wurde 1960 geboren und wuchs in einem kleinen Schwarzwalddorf auf; im Winter gab es praktisch keine andere Möglichkeit als sich in irgendeiner Weise mit dem Wintersport zu beschäftigen. Ursprünglich waren es die Langlauf-Skier, die es Kleiser angetan hatten, doch im Alter von ungefähr 10 Jahren kam dann der Skisprung dazu, durch den Neubau einer Schanze im Dorf quasi zwangsläufig...
In der Saison 1976/77 nahm Kleiser dann erstmals am Alpencup teil, einer Serie von Veranstaltungen, bei der junge Athleten im internationalen Vergleich ihre Kräfte messen. Gemeinsam schauen wir uns die alten Ergebnislisten durch, die Kleiser in leicht verstaubtem Zustand aus einem Schrank geholt hat. Beispiel: 28. Jan 1976 Ergebnisliste, ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus, Disziplin Sprunglauf, das Ergebnis: 1. Klaus Kleiser, 2. Hubert Schwarz, 3. Hermann Weinbuch.
Es war der 24. November 1977; es war der erste Sprung von Kleiser nach der Winterpause es war die Katastrophe. Kleiser hat keinerlei Erinnerungen an den Sturz, keine Erinnerungen an die Ursache. Er wachte erst wieder in der Spezialklinik Basel auf... Er wusste noch nicht was passiert war, er wusste nicht wo er war, er spürte nur benommen, dass sich etwas Grundlegendes geändert hatte. Die folgenden Tage klärten ihn auf, die vage Ahnung wich einer zunächst erschreckenden Gewissheit...
Kleiser resignierte nicht, früh war für ihn klar, dass es weitergehen würde. Seine größte Enttäuschung war, dass das jahrelange Training schlagartig zunichte gemacht wurde.
Der erste Kontakt mit den anderen Rollstuhlfahrern innerhalb der Unfallklinik hinterließ bei Kleiser einen bleibenden Eindruck. Er sah zwei verschiedene Typen von Unfallopfern: Die eine Gruppe haderte mit dem Schicksal, ergab sich ihrer Behinderung und kämpfte nicht genug, für ein "normales" Leben. Die andere Gruppe war aktiv und positiv eingestellt und faszinierte ihn durch ihren geschickten Umgang mit dem Rollstuhl. Für Kleiser war klar zu welcher Gruppe er gehören würde ohne jeden Zweifel...
Er begann, an diversen Straßenrollstuhlrennen teilzunehmen und durch Zufall nahm er an einem "Schnupper-Wochenende" in der Schweiz teil, wo ihm ein "Schlitten" zur Verfügung gestellt wurde. Kleiser freundete sich mit der ansonsten für Rollstuhlfahrer extrem hinderlichen Materie Schnee neu an. Seine Liebe zum Wintersport wurde neu entfacht.
Noch nie zuvor war jemand auf die Idee gekommen, den kräftezehrende „Wasa-Lauf“ (90 km) in einem "Schlitten" zurückzulegen. Kleiser meldete sich auf dem Postwege an und "vergaß" einfach, darauf hinzuweisen, dass er nicht auf Skiern sondern im Schlitten teilnehmen würde. Die Veranstalter trauten ihren Augen nicht, als Kleiser am Start erschien, sie wollten Kleiser nicht starten lassen. Nach langen Diskussionen wurde ihm die Starterlaubnis erteilt. Nach 9:25 Stunden erreichte Kleiser das Ziel. Er war der erste Athlet, der den „Wasa-Lauf“ in einem Schlitten absolvierte.“
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