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Interview Wilhelm "Willi" Brem:
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Wie würdest Du Deine Behinderung beschreiben?
In meinem 8. Lebensjahr fand der größte Schub der Sehverschlechterung statt, so dass ich von der Regelschule in die Blindenschule wechseln musste. Zu diesem Zeitpunk konnte ich noch alleine Radfahren, Fußballspielen und Fernsehschauen, aber Lesen und Schreiben konnte ich nicht mehr. Es dauerte etwa 6 Jahre bis auch das restliche Sehvermögen weg war und ich jetzt nur noch den Unterschied zwischen Tag und Nacht erkennen kann. Durch die langsame Verschlechterung, die ich gar nicht im Einzelnen registrieren konnte, habe ich automatisch meine anderen Sinne geschult und komme auch jetzt damit sehr gut zurecht.
Beschreibe bitte Deine Einstellung zu Deiner Behinderung.
Ich akzeptiere sie und versuche, überwiegend mit nicht-behinderten Menschen Kontakt zu haben. Ich spreche mit jedem ganz offen darüber.
Hast Du ein „Lebensmotto“? Wenn ja, wie lautet es?
Jeder darf einmal zu Boden gehen, aber man muss auch wieder aufstehen…
Wodurch bist Du motiviert Leistungssport zu betreiben?
Um mich mit Athleten aus anderen Nationen messen zu können und meine eigene Leistungsfähigkeit kennenzulernen und um Nichtbehinderten zu zeigen, was Menschen mit Handicap alles machen können! Außerdem ist es ist eine gute Gelegenheit, einiges von der Welt zu sehen.
Spielt Deine Behinderung bei der Motivation für den Sport eine Rolle?
Zu einem gewissen Grad schon, da es eine sehr gute Gelegenheit ist, Leute kennenzulernen (Sportverein, Lauftreff) und mit ihnen auch Kontakt über den Sport hinaus zu haben.
Welche positiven Veränderungen hat es durch den Sport in Deinem Leben gegeben?
Mehr Akzeptanz bei Nichtbehinderten... Ich habe einige neue Freunde gefunden. Die Mobilität für den Alltag wird besser gefördert. Viele schöne Erlebnisse erfahren dürfen, was ohne den Sport höchst wahrscheinlich nicht der Fall gewesen wäre.
Was ist „Dein schönstes Erlebnis“ aus der Zeit im Sport?
Der überraschende Gewinn der Silbermedaille in Lillehammer. Ich war erst 16 Jahre und das erste Mal bei solch einer fantastischen Veranstaltung. Das Drumherum war einfach super.
Wenn Du jemanden für den Leistungssport begeistern wolltest, was würdest Du sagen?
Man hat eine gute Abwechslung zu seinem Alltagstrott. Es ist eine große Chance, viel zu erleben. Es ist auch eine Hilfe im täglichen Leben (körperliche Fitness, Mobilität).
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