Das 3:3 scheint das Standardresultat im alljährlichen Fußball-Vergleich der deutschen Skispringer mit der Behinderten-Skinationalmannschaft zu werden. Wie bereits beim allerersten Aufeinandertreffen 1997, und im Spiel vor einem Jahr in Baiersbronn, trennte man sich beim Benefizspiel in Backnang mit einem Remis und sechs Toren.

Josef Giesen und Martin Schmitt
Zwei doppelte Torschützen drückten der Partie vor rund 1000 Zuschauern im Etzwiesenstadion ihren Stempel auf. Bei den Skisprung-»Adlern« sorgte Bundestrainer Wolfgang Steiert mit einem verwandelten Foulelfmeter nicht nur für die Führung, sondern legte nach dem Seitenwechsel mit einem Kopfballtreffer das 2:1 nach. Ebenfalls mit »Köpfchen« arbeitete Martin Weltmeister und Olympiasieger Schmitt, der nach Flanke von Michael Uhrmann das 3:1 markierte.
Schmitt und Uhrmann waren fußballerisch ohnehin die herausragenden Kräfte ihrer Mannschaft, in der als Gast auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Günter Oettinger mitwirkte. Umstritten war allerdings der von Schiedsrichter Hans Wolf (Stuttgart) vor dem 1:0 diktierte Elfmeter nach einem vermeintlichen Foul an Michael Uhrmann. Proteste gab es danach auch von Trainer Ralf Rangnick. Der aus Backnang stammende Fußballlehrer betreute in seiner alten Heimat die Behinderten-Mannschaft und fand in der Schlussphase auch das richtige taktische Konzept, um das Blatt noch zu wenden.

Roland Frey und Martin Schmitt, im Hintergrund Olaf Gruhn
Zuvor hätten die Skispringer bei vier Aluminiumtreffern den Vorsprung bereits entscheidend ausbauen können. Die Umsetzung der Pläne Rangnicks auf dem Platz besorgte in den letzten Minuten der immer stärker aufdrehende Biathlon-Weltmeister Josef Giesen aus Herzlake. Der Contergangeschädigte blies zusammen mit dem aus dem Lager der Alpinen »ausgeborgten« vierfachen Paralympicsieger Gerd Schönfelder zur Offensive. Mit einem verwandelten Elfmeter schaffte er fünf Minuten vor dem Abpfiff den 2:3-Anschlusstreffer und schloss in der Schlussminute einen sehenswerten Angriff mit dem 3:3-Ausgleich ab.

Mit einem gemeinsamen Essen und der anschließenden Teilnahme Dance-Party mit SWR3-DJ Kai Völker in der Stadthalle klang für beide Mannschaften das Spiel aus. Dort stellten sich die Skisprung-Asse noch bis nachts um 3 Uhr ihren Fans und erfüllten jeden Autogramm- und Fotowunsch.
Der Reinerlös der Gesamtveranstaltung in Höhe von rund 25 000 Euro fließt dem Förderverein der nordischen Behinderten-Skisportler zu und wird in erster Linie für den Nachwuchs verwendet.
Auch im kommenden Jahr wird es nach der Zusage des Sponsors 3 Löwen-Takt ein Benefizspiel beider Mannschaften geben. Als Austragungsort ist Oberkirch im Gespräch. Ehrengäste in Backnang waren auf Einladung der behinderen-Skiläufer Irmi Kriwanek und ihr Sohn Benny.
Der im letzten Jahr überraschend verstorbene Sänger Wolle Kriwanek hatte kurz vor seinem Tod die Hymne der Weltmeisterschaft Ski nordisch 2003 in Mitteltal-Obertal komponiert und bei der Eröffnungsfeier live vorgetragen.
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