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Cheftrainer-Posten beendet "Unruhestand":

 


Cheftrainer-Posten beendete den "Unruhestand" -
Werner Nauber bereitet nordische Skiläufer auf nächste Paralympics vor

Die Rente mit 67 wird kommen, doch mit einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit um nur zwei Jahre hält sich Werner Nauber nicht auf. Sogar stolze 69 Lenze wird der seit dem 1. August amtierende neue Cheftrainer Ski nordisch der Behinderten zählen, wenn die Winter-Paralympics 2010 in Vancouver über die Bühne gehen.

Die Spiele in Kanada hat der Diplom-Sportlehrer aus Sehma (Erzgebirge) bereits im Hinterkopf, aktuell kümmert er sich allerdings intensiv um die Vorbereitung seiner Athleten auf die bereits vom 10. bis 19. März 2006 anstehenden Paralympics in Turin. "Ich kann noch allerhand bewegen", sagt Werner Nauber, und die ersten Reaktionen aus der Mannschaft geben ihm recht.

Begeistert äußerte sich schon die vierfache Paralympicsiegerin Verena Bentele (Tettnang) nach dem ersten Skirollertraining auf dem Laufband im Bundesstützpunkt in Oberwiesenthal, das in Zukunft zum regelmäßigen Bestandteil des Trainingsprogramms werden soll. "Gerade für Blinde und Sehbehinderte ist dieses Training ideal", so Werner Nauber, "der Athlet muss auf keine möglichen Hindernisse achten und kann sich ganz auf seine Technik konzentrieren." Im Bereich der Lauftechnik hat der neue Cheftrainer die größten Mängel festgestellt, freut sich aber gleichzeitig über die schnellen Fortschritte aller Nationalmannschaftsmitglieder und ist begeistert über die "Gewissenhaftigkeit dieser Sportler.

Alle Lehrgänge haben bisher sehr viel Spaß gemacht." Von den nordischen Behinderten-Langläufern und -Biathleten kommt das Lob prompt zurück: "Er hat viel Erfahrung und ist unheimlich motiviert", spürt Verena Bentele, und ein Blick in den sportlichen Lebenslauf des Werner Nauber unterstreicht dieses Urteil.

Von 1958 bis 1964 selbst aktiver Läufer beim SC Traktor Oberwiesenthal, wurde die sportliche Laufbahn des DDR-Junioren-Vizemeisters durch einen Kreuzbandriss früh beendet. Der gelernte Tischler erwarb in einem Fernstudium die Hochschulreife und beendete 1972 seine Ausbildung als Diplomsportlehrer an der DHfK Leipzig. Seine Trainerkarriere begann bereits 1969 an der Kinder- und Jugendsportschule Oberwiesenthal.

1974 wurde er zum Junioren-Auswahltrainer der DDR berufen; 1980 übernahm er verantwortlich die Männer-Nationalmannschaft im Skilanglauf bis zu den Olympischen Spielen in Sarajevo 1984. Mit Uwe Bellmann und Ute Noack arbeitete er mit erfolgreichen Athleten zusammen, die auch bei den Weltmeisterschaften in Seefeld 1985 auf vorderen Plätzen landeten. Zur gleichen Zeit ging Werner Nauber wieder als Trainer in den Schülerbereich und hatte unter anderem die auch heute noch erfolgreichen Läuferinnen Claudia Künzel und Viola Bauer unter seinen Fittichen.

Nach der Wiedervereinigung übernahm der Deutsche Skiverband Nauber, der zunächst als Co-Trainer von Georg Zipfel tätig war. Von 1997 bis 2000 war er im Perspektivteam unter anderem auch für Tobias Angerer zuständig, danach arbeitete er bis zu seinem Vorruhestand 2002 zusammen mit Stefan Dotzler im D/C-Kader.

Als Kadertrainer »im besten Talentzentrum Sachsens« und Wachser im Biathlon-Olympiastützpunkt Oberwiesenthal blieb er dem Sport aber weiter eng verbunden. Im "Unruhestand" war er auch privat viel unterwegs. Nordic Blading vom Fichtelberg nach Kap Arkona (Rügen), eine Fahrradtor quer durch Deutschland bis zur französischen Grenze und eine Winterdurchquerung norwegischer Schneewüsten waren unter anderem Ausdruck einer Suche nach sinnvoller Beschäftigung.

Mit der Verpflichtung als Bundestrainer der nordischen Behinderten-Skisportler fand sie zur Befriedigung von Werner Nauber ihren Abschluss, nachdem er unter acht Bewerbern den Vorzug erhielt. Eine sehr gute Wahl, stellt Teammanager Martin Haag (Kirchzarten) fest: "Wir hatten noch nie einen Trainer, der mit so viel Engagement und Fachkenntnis ans Werk gegangen ist und entsprechende Zeit investieren kann." Der Erzgebirger will sie dazu nutzen, verstärkt wissenschaftliche Erkenntnisse in die Trainingsarbeit einzubringen, "das ist ein wichtiger Aspekt, um mit den anderen Nationen in Zukunft mithalten zu können."

Dazu gehört auch der enge Draht zur Sportmedizin und dabei speziell zu Mannschaftsarzt Dr. Andreas Schmid. An diesem Beispiel macht Nauber auch deutlich, dass er das Umfeld der Mannschaft bereits zu schätzen gelernt hat: "Die Unterstützung meiner Arbeit ist so, wie ich sie mir vorstelle."

Niederschlagen sollen sich die gemeinsamen Anstrengungen möglichst bereits mit einem guten Abschneiden bei den Paralympics in Turin, wobei sich der Cheftrainer zumindest öffentlich nicht auf Medaillenprognosen festlegen lassen will. Lehrgängen im Spätsommer/Herbst folgte Mitte November das erste Gletschertraining in der Ramsau.

Über ein Trainingslager in Livigno Ende November wird der Weltcup in Val di Fiemme als erster Saisonhöhepunkt angepeilt. Bei den Wettkämpfen vom 16. bis 18. Dezember geht es bereits um die Qualifikation für die Paralympics-Mannschaft, die Ende Januar vom Deutschen Behindertensportverband nominiert werden wird.

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