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Fördervereín und Stiftung Heiligenbronn suchen Nachwuchstrainer

 


„Hallo Frank, wie geht’s. Gut und Dir?“ Ein Gang durch die Flure im Kloster Heiligenbronn an der Seite von Frank Höfle kann lange dauern. Der ehemalige Schüler des Förderzentrums Sehen in der Stiftung St. Franziskus ist bei den heutigen Schülern bekannt wie der buchstäbliche bunte Hund. Und zugleich ist der über Jahre erfolgreichste nordische Behinderten-Skiläufer weltweit auch das sportliche Vorbild für den auf zwei Latten aktiven Nachwuchs, den man in Heiligenbronn jetzt durch die Verpflichtung eines Trainers verstärkt fördern will.

In diesem Winter kehrte der mittlerweile 41-Jährige mit einer Bronzemedaille im Langstreckenrennen von den Weltmeisterschaften in Vuokatti zurück. In Finnland stellte er damit unter Beweis, dass er trotz seiner starken Konkurrenten vor allem aus Russland und Kanada zur Weltklasse zählt. Die Grundlagen dazu wurden in Heiligenbronn gelegt, woran sich der anfangs auch für die VSG Mitteltal-Obertal gestartete nach einem Unfall als Kind Sehbehinderte während seiner langen Karriere immer ausdrücklich erinnerte. Die berufliche Verpflichtung im April 2007 als Controller war daher im wahrsten Sinne des Wortes eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. Von 1976 bis 1988 lebte und lernte er im Kloster Heiligenbronn, „und meinen heutigen Zimmernachbarn kenne ich noch von früher“, erzählt er mit strahlenden Augen. Der Unterschied: heute kehrt Frank Höfle am Wochenende nach Isny zurück, wo er bereits seit einiger Zeit mit seiner Familie lebt.

Seit Anfang des Jahres haben sich seine Heimaufenthalte dabei noch verlängert. Als Mitglied des vom Deutschen Behindertensportverband (DBS) erstmals vor den Paralympics in Athen 2004 ins Leben gerufenen „Top-Teams Vancouver“ bereitete er sich bereits jetzt auf die nächsten Winterspiele in Kanada vor. Sponsoren ermöglichen dabei eine Finanzierung der deutschen Medaillenkandidaten, die neben direkten finanziellen Mitteln berufliche Freistellungen zum Training garantieren sollen. „Ich bin sehr froh, dass die Stiftung St. Franziskus dabei mitmacht“, freut sich Höfle über die Unterstützung seitens seines Arbeitgebers, „das ist nicht selbstverständlich.“

Die große zeitliche Beanspruchung ist auch einer der Gründe, dass Frank Höfle nicht selbst intensiver in das Training in Heiligenbronn eingreifen kann. Weil sich aber unter den derzeit 63 Blinden und Sehbehinderten in der Schule mit einem Einzugsbereich vom Bodensee bis nach Reutlingen durchaus das eine oder andere, derzeit dringend gesuchte Talent befinden könnte, soll die Trainingsarbeit mit einem noch gesuchten, externen Spezialisten intensiviert werden Als Kooperationspartner wird der in Baiersbronn ansässige Förderverein der nordischen Behindertensportler mit ins Boot geholt, zu dem die bald in den Ruhestand gehende Sportlehrerin Angelika Digeser lange Jahre engen Kontakt hielt. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Nachwuchsstützpunkt Ski nordisch in Freiburg wird angestrebt.

„Der neue Ski-Trainer im Haus passt bestens in unser neues Konzept von Neigungsgruppen, das ab dem kommenden Schuljahr greifen soll“, zeigt sich auch Ludger Bernhard von der Neuerung überzeugt. Der Leiter des Förderzentrums Sehen in Heiligenbronn geht von einer jahrgangsübergreifenden Arbeit aus, die in enger Kooperation mit den hauseigenen Sportlehrern erfolgen wird. „Das ist eine große Chance, an Talente heran zu kommen“, ist Frank Höfle sicher. Angesprochen sollen dann auch diejenigen sehbehinderten oder blinden Schülerinnen und Schüler werden, die Regelschulen besuchen und die von der Einrichtung in Heiligenbronn in Kooperationen betreut werden.

„Jetzt müssen wir nur noch den richtigen Mann oder die richtige Frau finden, dann kann es losgehen“, ist Ludger Bernhard optimistisch, dass nach den in den letzten Jahren erfolgreichen Schülern Frank Höfle, Willi Brem und Verena Bentele auch in Zukunft Paralympic-Sieger und Weltmeister in Heiligenbronn geformt werden könnten. Die könnten dann auch in einem weiter ausgebauten Schramberger Bildungszentrum geehrt werden. In absehbarer Zeit sollen Erweiterungsbauten für Sehbehinderte und Blinde sowie für Mehrfach-Behinderte erreichtet werden. Von den geplanten zwölf Millionen Euro Baukosten will man unter dem Moto „Wir machen Schule“ in Eigenleistung eine Million aufbringen, - bisher sind schon mehr als100 000 Euro zusammen gekommen.

(asa - Arno Schade 23.04.2009)

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