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Josef Giesen

(asa, 11.02.2010) Während im Zielraum des Biathlon-Centrums Notschrei Nils-Erik Ulset seinen Weltcup-Tagessieg im Biathlon-Kurzstreckenrennen feierte, packte Josef Giesen ebenso wie sein Trainingspartner Thomas Oelsner etwas enttäuscht seine Siebensachen zusammen. Und mit einem Seitenblick auf den norwegischen Weltmeister drückte der Herzlakener Josef Giesen nach den Plätzen neun im Sprint und 13 über 7,5 Kilometer im Schwarzwald aus, was sich nach den jüngsten Wettbewerben andeutet: "Bei den Paralympics in Vancouver eine Medaille zu gewinnen, wird sehr, sehr schwer."

Die Leistungsdichte gerade in den Biathlonrennen ist in der laufenden Weltcupsaison beeindruckend, die der Herzlakener noch mit einem Sieg eröffnet hatte. Bei den vom SC Oberried durchgeführten beiden Rennen, zugleich die Generalprobe für die Paralympics, lief dagegen für den Contergangeschädigten im Schießstand und vor allem läuferisch nicht alles rund. "Ich bin unzufrieden, weil ich mich beim Laufen im Moment etwas schlapp fühle", gesteht der 48-Jährige. Nach drei Wochen mit intensivem Training und auf einander folgenden Wettkämpfen in Bessans und Oberried war der Akku etwas leer.

Bei den Deutschen Meisterschaften warten am Wochenende in Isny zwar schon die nächsten Rennen auf Giesen, "aber dort ist der Trubel nicht ganz so groß." Weil er im Gegensatz zu anderen Mitgliedern der Nationalmannschaft aus dem Südschwarzwald direkt ins Allgäu reiste, wird er es zwei Tage lang ohnehin erst einmal etwas ruhiger angehen lassen. "Und dann freue ich mich darauf, erst einmal wieder eine Woche zu Hause im Emsland verbringen zu können", so Josef Giesen weiter.

Wie ein Blick auf die Ergebnislisten zeigt, kommen in der paralympischen Saison nicht weniger als acht bis zehn Athleten für einen Sieg in den beiden Biathlonwettbewerben im kanadischen Whistler in Frage. Wie eng es in der Szene zugeht, zeigt das Kurzstreckenrennen am Notschrei. Ganze acht Sekunden lagen zwischen dem Sieger Ulset und dem Dritten Kirill Mikhalylov, der einmal mehr unter Beweis stellte, dass die russischen Läufer ihre frühere Schwäche beim Schießen mittlerweile überwunden haben.

In beiden Disziplinen Topleistungen zu bringen, bleibt auch das Ziel von Josef Giesen bei den Wettbewerben in den kanadischen Rocky Mountains Mitte März. Nach einigen langen Ausdauereinheiten und Feinschliff beim Schießtraining will er dann wieder an seine Topform vom Dezember anknüpfen. Edelmetall hat er weiter fest im Visier: "Ich bleibe jetzt auch nach den jüngsten Ergebnissen ganz ruhig und trainiere konzentriert weiter. Schließlich sind es bis zum ersten Rennen noch vier Wochen hin". Unterstützung findet er bei Bundestrainer Werner Nauber, der ihm nach dem Leistungstest beste Werte attestierte und gezielt zum Saisonhöhepunkt aufbauen will. Ein wichtiger Baustein dazu ist das abschließende Trainingslager in Toblach, zu dem Giesen gemeinsam mit seinem Trainingspartner Thomas Oelsner am 20. Februar aufbrechen wird. Ernst wird es für ihn dann bereits am ersten Wettkampftag der Paralympics, wenn am 13. März die Biathlon-Verfolgung auf dem Programm steht.


 


  
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