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Trauer um Reinhard Heß

 


Die nordischen Behinderten-Skiläufer haben einen guten Freund verloren. Am Heiligabend ist der frühere Skisprung-Bundestrainer Reinhard Heß im Alter von 62 Jahren in einer Klinik in Bad Berka an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben.

Vor knapp zwei Jahren wurde bei dem Erfolgstrainer die heimtückische Krankheit diagnostiziert, vor der er nun nach langem Kampf kapitulieren musste. Eine Operation brachte nicht den erwünschten Erfolg, die Chemotherapie setzte er in den letzten Wochen ab.

In seine Ära als Chef der deutschen »Adler« fallen nicht nur die großen Erfolge über zehn Jahre mit insgesamt drei Olympiasiegen und sieben WM-Titeln sowie dem historischen "Grand-Slam"-Erfolg von Sven Hannawald bei der Vierschanzentournee 2002.

Alljährlich plante Reinhard Heß wie selbstverständlich das Benefiz-Fußballspiel der Skisprung-Nationalmannschaft gegen die Behinderten-Skiläufer in das Jahresprogramm ein, das ihm im Laufe der Jahre zu einer echten Herzensangelegenheit wurde. Mehrfach schnürte er dabei auch selbst die Schuhe und half mit, dass die erst 2007 abgerissene Erfolgsserie seiner Skispringer seit 1997 Bestand hatte.

So ließ es sich der "Mann mit der Fahne" auch nicht nehmen, im Jahr 2006 zum offiziellen Abschied seines langjährigen Vorzeigespringers Sven Hannawald nach Oberkirch anzureisen. Beim Wechsel Hannawalds in den sportlichen Ruhestand hatte Reinhard Heß seinen ersten öffentlichen Auftritt nach seiner schweren Erkrankung. Bei der "Nacht der Adler" wurde Heß von den 1800 Besuchern mit großem und langem Applaus begrüßt und betonte nochmals die herausragende Leistungen von Sven Hannawald: "Es war eine sehr schöne und besondere Zeit mit Dir, Sven³.

Wie immer nach den Benefizspielen, war Reinhard Heß dann schnell wieder Mittelpunkt einer Runde von Sportlern und Betreuern beider Mannschaften, in der auch die gesellige Seite des in der Öffentlichkeit oft spröde wirkenden Reinhard Heß offenbar wurde. Die Treffen mit den Behindertensportlern hat er immer genossen; sein Besuch im Juni 2006 in Oberkirch und die offensichtliche Besserung seines gesundheitlichen Zustands weckten Hoffnungen, dass noch einige folgen könnten. Sie haben getrogen. Die nordische Ski-Nationalmannschaft trauert jetzt um einen Großen des Sports und liebenswerten Menschen.

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