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Der Weg nach Turin:
Michael Bentele

 


Michael Bentele will an einer Medaille schnuppern
In Turin die zweite Paralympicteilnahme für blinden Langläufer und Biathleten


Zum zweiten Mal nach 2002 in Salt Lake City hat sich Michael Bentele für die Teilnahme an Paralympics qualifiziert. Der 25jährige gebbürtige Tettnanger will in Turin an einer Medaille schnuppern. „Die Trauben hängen zwar sehr hoch, wenn alles optimal läuft kann aber eine Überraschung möglich sein“, so der angehende Diplom Soziologe motiviert.

Die Weltspitze in der Klasse der Blinden und Sehgeschädigten der Männer ist sehr dicht. Mit Frank Höfle (Isny) und dem Kanadier Brian Mc Keever sind zwei Ausnahmeläufer die dominierenden Athleten dieser Wertungskategorie. „Diese beiden sind eigentlich unschlagbar“, betont Michael Bentele, der seit sechs Jahren Mitglied der deutschen Langlauf Nationalmannschaft der Behinderten ist. Platz 12 war bislang das beste Resultat Benteles bei Paralympics. Bei seiner bislang ersten Teilnahme 2002 verpasste er in den Loipen von Soldier Hollow im 7,5 Kilometer Biathlon nur knapp den Sprung unter die besten zehn.

„Das erste Ziel ist ein Platz unter den ersten sechs, als andere ist die Kür und muss schon sensationell gut laufen“, ist sich Bentele seiner Außenseiterrolle bewusst. Die Vorbereitung lief für den Soziologie-Studenten optimal. Wie seine Schwester Verena, die seit 1998 insgesamt bereits fünf Goldmedaillen bei Paralympics gewann, hat sich auch Michael zur idealen Trainingssteuerung ein Urlaubssemester genommen. Viele Wochen hat er im Sommer und Herbst bei seinem Trainer und Begleitläufer Thomas Friedrich in Köln verbracht. Als der erste Schnee fiel ging es sofort auf die Ski. Vorbereitungslehrgänge in Skandinavien und in den Alpen sorgten für die entsprechenden Grundlagen. „Das war alles perfekt“, analysiert der Biathlonspezialist.

In Pragelato, wo wie bei den Olympischen Spielen auch bei den Paralympics die Langlaufentscheidungen ausgetragen werden, kann Michael Bentele sogar bei zwei Biathlonrennen angreifen. Nach der Entscheidung über 7,5 Kilometer wurde erstmals für die Spiele 2006 ein zweiter Biathlon Wettbewerb in den Wettkampfkalender aufgenommen. So werden bereits zum Auftakt am 11. März erstmals Medaillen über 12,5 Kilometer vergeben.

Vielleicht kann der Wahl-Münchner ja schon zu Beginn der Paralympics von sich reden machen und seinen großen Wunsch verwirklichen- einmal an einer Medaille schnuppern.


 


  
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