|
Ein positives Fazit der internationalen Deutschen Meisterschaften Ski nordisch der Behinderten zog bereits nach dem zweiten Wettkampftag Organisationsleiter Sepp Mechler vom gastgebenden WSV Isny. Bei einer gemeinsam mit "Isny aktiv" organisierten Pressekonferenz im Kurhaus stimmte die Abteilung Ski nordisch im Deutschen Behindertensportverband die anwesenden Journalisten zugleich auf die Winter-Paralympics in Turin ein.
Sein Verein habe mit den auch zum Europacup zählenden Rennen bereits den neunten Wettbewerb im laufenden Winter organisiert und dabei auch einen Wettereinbruch bestens bewältigt, erklärte Sepp Mechler. Nach viel Arbeit und einer schweren Spur im einleitenden Rennen, wurden die Anstrengungen der vielen Helfer beim Biathlon mit einem Traum-Wintertag belohnt. Einmal mehr habe sich zudem bewährt, dass seit einiger Zeit in Isny rechtzeitig Kunstschnee produziert werden könne: "Die Entscheidung für diese Anlage war ein richtiger und wichtiger Schritt für die Gemeinde und unseren Verein."
Die nahezu optimalen Bedingungen an den drei Wettkampftagen für alle Teilnehmer bestätigten aus ihrer Sicht die beiden Weltmeister und Paralympicsieger Verena Bentele und Frank Höfle. Die für den PSV Münchenlaufende Blinde aus Tettnang zeigte sich zwar mit ihrem Schießergebnis nicht ganz zufrieden, kündigte aber eine Steigerung bei den Paralympics an: "Auf diese schlechte Generalprobe wird eine gute Premiere folgen."
Nicht am Start war im Biathlon in seinem Heimatort Frank Höfle, der sich in diesem Winter ganz auf den Langlauf konzentriert. Auch er nahm die Niederlage des Vortages gegen seinen deutschen Nationalmannschaftskollegen Willi Brem im Rennen über 5 Kilometer locker: "Wir starten hier aus dem vollen Training heraus. Alle Vorbereitungen laufen derzeit nach Plan." Mit der Amtsübernahme des neuen Bundestrainers Werner Nauber sei frischer Wind in die nordische Ski-Nationalmannschaft gekommen, betonte der Routinier: "Die Trainingssteuerung lässt nichts zu wünschen übrig." Dementsprechend optimistisch gehe er in die anstehenden Duelle bei den Paralympics im Skistadion Pragelato mit seinem Dauerrivalen Brian McKeever und den starken Läufern aus Russland.
Auch Werner Nauber selbst zeigte sich mit dem Leistungsstand seiner Schützlinge knapp vier Wochen vor den ersten Rennen in Italien hoch zufrieden. Die deutschen Meisterschaften markierten den Abschluss der ersten Wettkampfperiode mit den als Paralympic-Qualifikation gewerteten Weltcuprennen in Val di Fiemme und Lillehammer als Höhepunkten. Nach einer Woche absoluter Regeneration werde im Trainingslager in Toblach die unmittelbare Vorbereitung auf die Paralympics beginnen. Für Werner Nauber sollen die Spiele nach eigenem Bekunden nur ein erster Höhepunkt sein: "Ich bin beeindruckt von der Ernsthaftigkeit und der Leistungsbereitschaft der Behindertensportler, nachdem ich zuvor lange im Bereich des DSV tätig war.
Bis 2010 in Vancouver will ich noch einiges mit der Mannschaft bewegen." Zu einem Appell an alle Medien, die anstehenden Winter-Paralympics in ihrer Berichterstattung entsprechend zu würdigen, nutzte der Bundestagsabgeordnete Martin Gerster die Pressekonferenz. Er freue sich bereits auf seinen Besuch in Turin, erklärte Gerster, der als Mitglied des Sportausschusses zu Beginn der Spiele mit sechs Kollegen ebenso wie Bundespräsident Horst Köhler die Eröffnungsfeier und Wettkämpfe verfolgen wird. "Selbstverständlich werde ich als Abgeordneter aus diesem Wahlkreis ganz besonders auch den beiden Isnyern Frank Höfle und Jörg Baldauf die Daumen drücken," kündigte Gerster an, der am Abend bei der Siegerehrung des Biathlons Präsente des Bundestags an die Sportler verteilte Über die Pressearbeit der deutschen Mannschaft und des Internationalen
Paralympischen Komitees berichteten schließlich die beiden in Turin zum vierten Mal zum DBS-Presseteam bei Winter-Paralympics gehörenden Jens Zimmermann und Arno Schade. Beide hofften auf rege Resonanz ihrer Berichte direkt aus dem Paralympischen Dorf in Sestriere, wo am 8. März das Pressebüro eröffnet wird.
Zum Abschluss gab es für die Journalisten noch die Gelegenheit, Sportler und Trainer erstmals in der am Vortag ausgegebenen offiziellen Mannschaftskleidung abzulichten, wovon gerne Gebrauch gemacht wurde.
|