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Der Weg nach Turin:
Josef Giesen

 


Josef Giesen: Konzentration auf Biathlon-Wettbewerbe

"Ruhig weiter trainieren und gesund bleiben" war der sportliche Vorsatz von Josef Giesen beim Jahreswechsel. 2006 soll beim vermutlich letzten internationalen Wettbewerb des Contergangeschädigten aus Herzlake in den beiden Biathlon-Wettbewerbe des Paralympics in Pragelato zumindest noch einmal Edelmetall heraus springen.

Mit dem Sieg im ersten Weltcuprennen der Saison 2005/2006 in Val di Fiemme löste der 42-Jährige bereits sein Ticket für die Paralympics in Turin. Die erste wichtige Zwischenstation war mit dem hauchdünnen Erfolg im Biathlon-Langstreckenrennen geschafft, obwohl er im Vorfeld nach einem Sturz im Trainingslager in der Ramsau über eine Schleimbeutelentzündung im Knie klagte. "Vor allem in der Lauftechnik habe ich mich in diesem Winter noch einmal stark verbessert. Das verdanke ich in erster Linie den Hinweisen und Trainingsplänen von Werner Nauber", sprach der Herzlakener nach dem Rennen dem seit dem 1. Juli amtierenden neuen Bundestrainer ein besonderes Lob aus.

Vom Umfang und der Qualität hat sich gegenüber den Vorjahren viel geändert, in denen Josef Giesen als Paralympicsieger in Salt Lake City 2002, Weltmeister 2003 in Mitteltal-Obertal und Vizeweltmeister 2005 in Fort Kent im Biathlon bereits bemerkenswerte Erfolge feierte. Die Konkurrenz im eigenen Lager und weltweit hat sich aber vorwärts entwickelt, und der Schub durch den neuen Bundestrainer kam auch für das "Nordlicht" im deutschen Team zur richtigen Zeit. "80 Prozent mehr Training auf Rollerski", so Giesen, erbrachten einen deutlichen Kraftzuwachs in den Beinen. Noch wichtiger aber war die von Werner Nauber initiierte Umstellung der Technik: "Durch eine längere Gleitphase habe ich weniger Kraftaufwand; das zahlt sich in den Rennen aus."

Zusätzlich feilt Josef Giesen weiter an der Schusstechnik und der Waffe, um seinen Vorteil als Biathlon-Spezialist zu erhalten. Vor allem schnellere Zeiten auf dem Schießstand sind sein Trumpf in dem Winter-Zweikampf, in dem es teilweise um ganz knappe Entscheidungen geht. In rund 50 Sekunden hat Giesen in aller Regel seine Serie von fünf Schüssen absolviert und geht damit in aller Regel viel früher als seine Konkurrenten zurück auf die Strecke.

Kaum Chancen auf vordere Plätze rechnet sich Josef Giesen dagegen bei den Langlaufentscheidungen in Pragelato aus. Das Streckenprofil und die Prozentzahlen seiner Wettkampfklasse sprechen für die anderen Athleten der stehenden Klasse. Bis bei den Wettbewerben vom 10. bis 19. März im Langlaufstadion von Pragelato aber Edelmetall für die Langläufer vergeben wird, will Giesen seine Medaillenernte schon eingefahren haben. Dass auch etwas Glück zu einem Platz auf dem Treppchen gehören wird, erfuhr er aber einmal mehr beim Weltcup in Val di Fiemme, als beim Biathlon-Sprint böige Winde eine bessere Platzierung als Rang sieben verhinderten.

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