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Der Weg nach Turin:
Thomas Oelsner

 


Thomas Oelsner ist heiß auf die Spiele in Turin

Oberhofer Einstockläufer will drei Podestplätze und sich für Dopingsperre rehabilitieren

Der Oberhofer Thomas Oelsner geht bei den Paralympics in Turin als eine der großen deutschen Goldhoffnungen in die Loipen von Pragelato. Nach überstandener Dopingsperre will er sich in Italien vor allem auch rehabilitieren.

„Die Paralympics in Salt Lake hätten die Spiele meines Lebens sein können“, blickt Thomas Oelsner noch einmal auf die schlimmsten Momente in seinem Leben zurück. Nach Gold im Biathlon und über 5 Kilometer in der klassischen Technik wurde er auf ein anaboles Steroid positiv getestet. Für ihn und die deutsche Mannschaft brach eine Welt zusammen, kann sich doch bis heute keine erklären, wie es zu diesem positiven Befund kommen konnte. Die Hintergründe können wohl niemals geklärt werden. Fakt ist, dass Oelsner die Medaillen aberkannt wurden und er für zwei Jahre gesperrt wurde. „Ich war in der Form meines Lebens, dass war alles so bitter, einfach unfassbar“, schmerzt es Oelse, wie er von allen nur genannt wird, heute noch. Der Blick geht für den mittlerweile 35jährigen aber nach vorne, zielgerichtet auf den 11. März. In Pragelato steht dann die erste Entscheidung der 9. Paralympischen Winterspiele an, das Biathlon-Rennen über 12,5 Kilometer. Thomas Oelsner, dessen linker Arm seit einem Motorradunfall 1991 gelähmt ist, geht als einer der Mitfavoriten an den Start. Fünf Paralympicsiege stehen bislang auf dem Konto des einzigen ostdeutschen Behindertenlangläufers. Bei seinen vierten Winterspielen will der sympathische Werbekaufmann nochmals voll zuschlagen.

„Drei Podiumsplätze sind mein Minimalziel für Turin 2006. Wenn es gleich zum Auftakt klappt wäre das optimal“, so der Thüringer hoffnungsvoll.

In den letzten Wochen und Monaten hat sich Oelsner optimal auf die Paralympics vorbereiten können. Sein Arbeitgeber, eine Werbeagentur in Erfurt, hat ihm mit Hilfe des Förderprogramms der Deutschen Sporthilfe und des Deutschen Behinderten-Sportverbandes (DBS) genügend Zeit für seine Trainingseinheiten einräumen können. Sicherlich war es nicht so einfach wie noch zu meinen Studentenzeiten, doch dass hat schon so gepasst“, ist Oelse überzeugt. „Der Stressfaktor ist selbstverständlich höher, das Training muss sich dem Beruf unterordnen, früher war das genau andersherum.“ Einen wichtigen Impuls hat auch der neue Cheftrainer Werner Nauber der deutschen nordischen Behinderten Nationalmannschaft gesetzt. Obwohl Siegfried Menz weiterhin als Heimtrainer für Thomas Oelsner fungiert, schätzt er die Arbeit bei den Lehrgängen mit Nauber. „Werner ist technisch, taktisch und psychologisch perfekt, ein absoluter Gewinn für unser Team“, kommentiert der neunmalige Weltmeister die Arbeit des neuen Langlauf- und Biathlonchefs.

Spätestens seit den Olympischen Spielen und den tollen Erfolgen seines langjährigen guten Freundes Sven Fischer ist das Paralympic-Fieber in Thomas Oelsner voll entfacht. „Turin kann kommen, ich bin heiß auf die tollen Strecken in Pragelato!“ Vielleicht erfüllt sich ein kleiner Traum von Oelse und die Paralympics in Turin werden zu den Spielen seines Lebens.

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