Lokalmatador auf dem Biathlon-Siegerpodest
(asa, 5.2.2010) Mit dem dritten Platz im Biathlon-Verfolgungsrennen sorgte der Lokalmatador Willi Brem (Freiburg) für den ersten Podestplatz eines deutschen Teilnehmers beim Heim-Weltcup in Oberried. Im Rennen der B-Klasse holte der blinde Physiotherapeut mit Begleitläufer Florian Grimm im Finale hinter Nikolay Polukhin (Russland) und dem Ukrainer Iurii Utkin Bronze. Dabei war bei einem Rückstand von gerade einmal 36,8 Sekunden auf den Sieger sogar deutlich mehr drin, hätte Brem sich nicht beim zweiten Schießen zwei Fehler geleistet. Nur zwei Sekunden rettete am Ende der fehlerfreie Ukrainer ins Ziel.
Mit einer leichten Enttäuschung für die beiden deutschen Starter endete dagegen das Rennen der stehenden Herrenklasse. Unzufrieden mit seinem neunen Endplatz war vor allem der Contergangeschädigte Josef Giesen, der den ersten Weltcupwettbewerb dieser Disziplin noch siegreich beendet hatte. Der Herzlakener schien nach nur einem Schießfehler und Platz zwei im Prolog erneut auf dem Weg zu einem Platz auf dem Siegertreppchen, zielte im Finale aber zweimal daneben und fiel noch hinter seinen Zimmerkollegen Thomas Oelsner zurück. Der Oberhofer zeigte eine gute Laufleistung, doch drei Schießfehler kosteten ihm einige Plätze und er lief als Siebter ins Ziel. "Das Feld ist in dieser Disziplin superstark und ausgeglichen; das wird in Vancouver eine ganz schwere Aufgabe" war das Fazit von Josef Giesen nach der Paralympics-Generalprobe.
Für die positive Überraschung des Tages bei den Frauen sorgten zwei Nachwuchsläuferinnen. Die Schlittenfahrerin Anja Wicker zog im Gegensatz zu der höher eingeschätzten Andrea Eskau in den Endlauf ein. Der fünfte Rang im Abschlussklassement ist zugleich die beste Platzierung ihrer bisherigen Karriere. Mit dem gleichen Platz beendete Vivian Hösch als einzige Vertreterin des DBS das Rennen der B-Klassen. In Abwesenheit der wegen einer Verletzung ihres Begleitläufers Thomas Friedrich noch einmal pausierenden Verena Bentele zeigte die Starterin der RIG Freiburg bereits einen starken Prolog. Im Finale leistete sie sich drei Schießfehler und war am Ende wie die Trainer mit Rang fünf zufrieden.